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Roter Faden in der Jahresabschlussprüfung (Teil 1)

Das Kalenderjahr neigt sich seinem Ende zu und die ersten Vorprüfungen der kommenden Jahresabschlussprüfungen haben bereits begonnen. Für Unternehmen als auch für Berater ist es daher essentiell den möglichen Ablauf einer Jahresabschlussprüfung zu verstehen.

Grundsätzlich kann der Ablauf in drei unterschiedliche Phasen eingeteilt werden:

Erste Phase: Planungsphase

Zweite Phase: Durchführung der Prüfungshandlungen

Dritte Phase: Abschließende Prüfungshandlungen, Prüfungsurteil, Berichterstattung, Archivierung

Planungsphase

Neben internen Maßnahmen des Abschlussprüfers (Einhaltung der Berufspflichtigen, personelle und zeitliche Planung, Einschätzung des Mandatsrisikos, aktuelle Beauftragung, Datenschutz etc.) ist diese Phase insbesondere durch das Einholen folgender aktueller Informationen von Mitarbeitern des Unternehmens, eigenen Prüfungshandlungen oder externen Quellen des zu prüfenden Unternehmen geprägt:

  • Entwicklung der Geschäftstätigkeit im laufenden Jahr, insbesondere auch im Vergleich zur Planung (Budget)
  • Einschätzung des wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds
  • Informationen zur Änderung des Geschäftsmodells, der Geschäftsprozesse und wesentlichen Mitarbeiter (bspw. Outsourcing, Beauftragung externer Experten, etc.)
  • Einschätzung des Vorliegens von Verstössen (Fraud)
  • Einschätzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
  • Relevanz der IT (IT Anwendungen, Infrastruktur, IT Betrieb, etc.)
  • Etc.

Aus diesen ersten Informationen leitet der Abschlussprüfer seine vorläufige Risikobeurteilung bzw. sein spezifisches Prüfungsrisiko ab und gestaltet hieraus sein Prüfungsprogramm.

Wesentliche Erkenntnisse sollten nun zu folgenden Sachverhalten vorliegen:

  • Going Concern
  • Wesentliche inhärente Risiken, bspw. aus Bilanzposten und Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht (bspw. wesentliche Schätz- und Zeitwerte, Vermögenswerte, etc.)
  • Rechtliche, steuerliche, finanzielle, wirtschaftliche, organisatorische und strategische Einschätzung, inklusive der wesentlichen Risiken
  • Wesentliche Geschäftsvorfälle (bspw. mit nahestehenden Personen, außerordentlich, etc.)
  • IT Abhängigkeit und IT Risiken
  • Angemessenheit des rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems, insbesondere auch in Bezug zur Vermeidung von Verstössen
  • Validierung der Risiken aus Unregelmäßigkeiten
  • Etc.

In der letzten Phase der Planung gehen die Erkenntnisse sodann über in folgende wesentliche Schlussfolgerungen und Maßnahmen für die weitere Prüfung:

  • Inhaltliche Anleitung und spezifische Instruktion des Prüfungsteams
  • Entscheidung über die Hinzuziehung von Spezialisten
  • Festlegung der unterschiedlichen Wesentlichkeiten
  • Planung von Prüfungshandlungen zur Feststellung der Wirksamkeit wesentlicher Kontrollen
  • Planung von Art, Zeitpunkt und Umfang der aussagebezogenen Prüfungshandlungen (bspw. Einholung von Bestätigungen, Inventurbeobachtung, analytische Prüfungshandlungen, etc.)
  • Besprechung mit dem Mandanten über vorläufige Feststellungen und dem weiteren Prüfungsvorgehen
  • Etc.

Im nächsten Beitrag geht es um die eingangs erwähnte Phase Zwei der Jahresabschlussprüfung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über OLIVER PRINCIPE, Tamm/Ludwigsburg

Wir sind insgesamt an zwei Standorten in der Region Ludwigsburg vertreten. Im Bereich Steuern erbringen wir die typischen Outsourcing-Leistungen wie bspw. die Finanz- und Lohnbuchhaltung, Abschlusserstellung und Erstellung der Steuererklärungen und die Steuerberatung.

In den Bereichen Accounting & Audit beraten wir in den Rechnungslegungsarten HGB, IFRS, US GAAP und Compliance (US SoX, IKS, GoBD) und erbringen Audit-Consulting-Leistungen.

 

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